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Ausflugsziel Danzig - Zoppot - Gdingen

Ein lohnendes Ausflugsziel bildet mit Sicherheit die von Danzig, Zoppot und Gdingen gebildete Dreistadt, die sich an der Danziger Bucht zwischen Waldflächen auf der einen und der Ostsee auf der anderen Seite entlangzieht. Danzig (poln. Gdansk) mit seiner historischen, in vorbildlicher Weise nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebauten Altstadt, das ruhige Zoppot (poln. Sopot), früher wie heute ein elegantes Seebad mit einer langen Holzmole, sowie das moderne Gdingen (poln. Gdynia), das sich nach dem 1. Weltkrieg aus einem kleinen Fischerdorf zur größten Hafenstadt Polens entwickelt hat, bieten unzählige Sehenswürdigkeiten. Wir möchten Ihnen hier ein Ausflugsziel in der Dreistadt vorschlagen, das Sie in kaum einem Reiseführer finden werden.

Wussten Sie, dass man in Danzig inmitten der Großstadt einen normalen Strandurlaub verbringen kann? Nicht wenige Polen tun dies. Ein interessantes Beispiel für die Vielfältigkeit des Lebens in der Dreistadt bietet der Stadtteil Przymorze, der, wie der Name schon sagt, direkt am Meer liegt. Er besteht aus einer Plattenbausiedlung, die vor allem in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts errichtet worden ist. Es handelte sich um einen Modellversuch, die erste große Wohnsiedlung, die in der Nachkriegszeit in Danzig entstand, um der Wohnungsnot Herr zu werden. Mit der Planung des Stadtteils "Am Meer" wurde bereits 1959 begonnen. Sein prägendes Merkmal sind sieben parallel angeordnete 11-stöckige "Wellenhäuser", deren einzelne Außenwandabschnitte im Winkel von 165 Grad aneinanderstoßen, wobei das ganze Gebäude die Form eines Bogens hat. Jedes Wellenhaus umfasst etwa 1000 Wohnungen. Vom Konzept her sollten diese Wellenhäuser mit der umliegenden Landschaft harmonisieren, auf der einen Seite mit dem Ostseeufer und auf der anderen mit den Danzig vorgelagerten Moränenanhöhen. Zwischen den einzelnen Wellenhäuser gibt es Gruppen von kleineren 5-stöckigen Wohnblöcken mit großzügigen Zufahrtswegen und Parkplätzen. Gesorgt wurde für Grünflächen, Geschäfte, Sportanlagen, Schulen und Kindergärten, die heute teilweise einen recht verwahrlosten Eindruck machen. Die hohe Konzentration von Menschen hat in den letzten Jahren viele Supermarktketten dazu veranlasst, in ältere Gebäude einzuziehen oder neue Märke auf den noch immer vorhandenen Freiflächen zwischen den einzelnen Wohnblockgruppen des Stadtteils zu errichten, so dass man als Verbraucher eine recht angenehme Qual der Wahl hat.

Auch wenn das Leben in den Wellenhäusern von den Bewohnern nicht immer als problemlos beschrieben wird, genießen sie zumindestens in den obersten Stockwerken einen herrlichen Blick auf die Ostsee und die Anhöhen vor der Stadt. Das längste Wellenhaus, das in den Jahren 1970-1973 an der ul. Obroncow Wybrzeza gebaut worden ist, soll mit seinen 800 Metern zugleich das längste Gebäude Europas sein. In ihm wohnen etwa 6000 Menschen.

Eben in diesem Stadtteil mit seinen zahlreichen Wohnblöcken gibt es auch Feriengäste. Man kommt bei Verwandten oder Bekannten in den meistens nicht sonderlich großen Wohnungen unter oder mietet sich eines der in den Sommermonaten freistehenden Studentenquartiere.

Der Weg zum Strand führt durch gepflegte und von der Bebauung ausgeschlossene breite Parkanlagen, die die Ostsee von der Stadt trennen und in den vergangenen Jahren aus Kleingärten entstanden sind. Sie bieten sich für ausgedehnte Spaziergänge und Radwanderungen an, denn das Wegenetz führt in südliche Richtung bis in zentralere Danziger Stadtteile und im Norden in die Nachbarstadt Zoppot. Am Strand bietet sich eine schöne Aussicht bis nach Gdingen und in anderer Richtung sieht man sogar die Kräne der Danziger Werft. Der Strand ist an Sommertagen gut frequentiert und das Wasser der Danziger Bucht wärmer als an anderen Abschnitten der polnischen Ostsee. Was fehlt sind die in anderen polnischen Küstenorten während des Sommers üblichen Fischrestaurants, Straßenverkäufer, Kioske mit Waffeln, Eis und anderen Leckereien, die auch wenige Kilometer weiter in Zoppot das Strandbild auf nicht immer elegante Art und Weise prägen. Dafür sind die Preise in den gastronomischen Einrichtungen, die man im gesamten Stadtteil findet und eher auf die Einwohner, nicht aber auf Feriengäste zugeschnitten sind, moderat. Zudem bietet ein großes und modernes Einkaufszentrum mit Großkino an der ul. Kolobrzeska eine Auswahl von Fachgeschäften und Angeboten, die man in typischen Seebädern nicht findet.

Der Stadtteil Przymorze ist nicht nur mit dem Auto, sondern auch von der Danziger Stadtmitte aus gut mit Straßenbahn oder Bus zu erreichen. Im Bahnhof Danzig-Oliva, 500 m entfernt, halten nicht nur die Züge der Stadtschnellbahn, sondern auch die meisten D-Züge, die Danzig, Zoppot und Gdingen ansteuern. Ostseestrand und Großstadt in einem ermöglichen einen Urlaub der etwas anderen Art, und sei es nur für einen Tagesausflug von Chelmno ans Meer.

Besonders für Familien mit Kindern lohnt sich auch ein Abstecher in den rund 4 km von Przymorze entfernten Zoologischen Garten von Danzig.

Dieser Beitrag entstand im Sommer 2005.


Parkanlage in Zoppot in der Nähe
des Strands. Die Villenviertel
am Meer erinnern daran,
dass die Stadt schon
vor hundert Jahren
ein exklusiver Kurort war.


Das Schulschiff Dar Pomorza im Hafen von Gdingen besichtigen jährlich mehr als 100000 Personen. Es wurde 1909 bei Blohm & Voss in Hamburg gebaut und diente bis 1981 der polnischen Handelsmarine.



Danzig (Gdansk) liegt rund zwei Autostunden
von Chelmno entfernt.



Ostseestrand im Stadtteil Przymorze



Park vorm Strand im Stadtteil Przymorze



Mole in Zoppot
mit einer Länge von 511 m



Blick von der Zoppoter Mole
aufs Grand Hotel



Strand in Zoppot



Ein Besuch im Aquarium in Gdingen
mit seinen exotischen
und einheimischen Fischarten
ist nicht nur für Kinder
ein interessantes Erlebnis.

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