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Woiwodschaft Kujawien-Pommern - Ausflugsziel Bromberg / Bydgoszcz


Die am südlichen Ende der Brahe gelegene Stadt Bromberg (polnisch Bydgoszcz), die über den Bromberger Kanal und die Netze mit der Oder verbunden ist, ist bedeutendes Industrie- und Handelszentrum einer landwirtschaftlich intensiv genutzten Umgebung und bildet in günstiger Lage einen Verkehrsknotenpunkt.

Im 12. Jahrhundert wurde Bromberg als Handelsstadt mit Speichern für Salz und Getreide gegründet. 1386 erhielt die Siedlung nahe der alten Burg Bidgost durch König Kasimir den Großen Stadtrechte und sollte ihm zu Ehren den Namen Königsberg erhalten. Dieser Name konnte sich jedoch nicht durchsetzen. Der deutsche Bevölkerungsteil benannte die Stadt nach dem Fluss Brahe, woraus der Name Bromberg entstand, während der polnische Bevölkerungsteil den Namen der alten Burg auf die Stadt übertrug. Beide Namen existierten Jahrhunderte lang gleichberechtigt nebeneinander.

Das Stadtwappen zeigt auf blauem Grund eine silberne Burg. Bemerkenswert ist das seltene Motiv des halb geöffneten Burgtors, das sich aber auch im Wappen von Thorn findet.

Auf Landkarten ab etwa 1600 findet man die Stadt Bromberg an einem Arm der Weichsel und südlich davon den Burgort Bitgost. Im 16. Jahrhundert war Bromberg eine der größten Städte Polens. 1657 wurde der Vertrag von Bromberg unterzeichnet. Der Vertrag von Bromberg besagt, dass Preußen sich aus dem Bündnis mit Schweden zurückzieht.

Nach Zerstörung im Großen Nordischen Krieg, einer Flutkatastrophe und danach einer Seuche zählte Bromberg 1772 nur noch rund 700 Einwohner. Von 1772 bis 1920 gehörte die Stadt zur preußischen Provinz Posen und erlebte gleich zu Beginn der preußischen Zeit durch den Bau des 27 km langen Bromberger Kanals, der heute die Brahe mit der Netze - und damit das Flusssystem der Weichsel mit dem der Oder - verbindet, und Ende des 19. Jahrhundert durch den Bau der Ostbahn einen wirtschaftlichen Aufschwung.

1875 hatte die Stadt 31.300 Einwohner. Die Einwohnerzahl wuchs bis zur Volkszählung von 1910 auf 57.700, davon 84 Prozent Deutsche und 16 Prozent Polen. Die Stadt war Hauptstadt eines Regierungsbezirks in der Provinz Posen.

Nach der Angliederung an Polen blieb Bromberg ein Zentrum der deutschen Minderheit. Zu Anfang des Zweiten Weltkriegs kam es zu Ereignissen zwischen Polen und örtlichen Volksdeutschen, bei denen vom 3. bis 8. September 1939 wohl zwischen 358 und 5437 deutsche Zivilisten ums Leben kamen. Der "Bromberger Blutsonntag" spielte in der nationalsozialistischen Propaganda eine wichtige Rolle, unter anderem wurde die Opferzahl bewusst vervielfacht. Bis heute sind die damaligen Ereignisse Gegenstand von scharfen Diskussionen geblieben. Während der deutschen Besetzung hatte die polnische Bevölkerung unter Willkürmaßnahmen, Vertreibungen und Greueltaten zu leiden. NS-Kreisleiter Werner Krampe wollte die Stadt monumental umgestalten. Dies scheiterte zwar an den Kosten, doch wurden einige historische Bauten bei den beginnenden Umbaumaßnahmen geopfert, darunter die von Schinkel umgeformte Jesuitenkirche.

Die im Krieg relativ wenig zerstörte Stadt wuchs in den folgenden Jahrzehnten kräftig weiter. 1999 fanden hier die Junioren-Weltmeisterschaften in der Leichtathletik statt.

Sehenswert sind bis heute die erhaltene Altstadt mit Speicherhäusern und dem Viertel "Bromberger Venedig".

Bromberg in der Woiwodschaft Kujawien-Pommern



Moderne Architektur an der Brahe

Dieses Bild basiert auf dem Bild Bydgoszcz-BRE-Speicher aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Marek_bydg.



Jesuitenkirche

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